Pechstein erfüllt halbe Olympia-Norm – Ihle disqualifiziert

Heerenveen – Claudia Pechstein sieht sich auf gutem Weg zu ihren siebten Olympischen Spielen, Nico Ihle war frustriert über seine Disqualifikation. Zum Saison-Auftakt der Eisschnellläufer in Heerenveen lagen im deutschen Lager Freude und Ärger dicht beieinander.

Die 45 Jahre alte Olympiasiegerin Pechstein aus Berlin verfehlte mit Rang zehn über 3000 Meter in 4:07,63 Minuten zwar knapp die direkte Olympia-Norm, war aber von Zeit und Rennverlauf total angetan. «Ich bin gleichmäßige Runden gelaufen und war am Ende schneller als auf dem guten Eis von Inzell», meinte die fünfmalige Olympiasiegerin. Sie wird nun voraussichtlich kommende Woche in Stavanger auf ihrer Spezialstrecke über 5000 Meter das Ticket für Pyeongchang perfekt machen.

Zum zweiten Mal die halbe Norm knackte die Inzellerin Roxanne Dufter, die nach Rang 16 über 1500 Meter im direkten Duell mit Pechstein in 4:12,10 Minuten auf Platz 13 über 3000 Meter einkam.

Ein Wechselbad der Gefühle durchlebte indes Nico Ihle. Erst vor zwei Tagen jubelte er mit gestreckter Faust auf der Ehrenrunde, doch am Sonntag war er nach einer Disqualifikation traurig. «Ich kotze jetzt ganz schön ab. Aber ich wusste sofort, dass ich diesen Fehler gemacht habe», sagte der 31 Jahre alte Vize-Weltmeister, nachdem er über 1000 Meter in der zweiten Kurve die Begrenzungs-Hütchen weggetreten hatte und folgerichtig auf den letzten Platz gesetzt worden war. «Es ist schon eine blöde Regelung, aber ich kann es nicht ändern», meinte er. Und Teamchef Helge Jasch fügte hinzu: «Besonders schade ist, dass er nun mit null Punkten im Ranking steht.»

Für den deutschen Hoffnungsträger für die Olympischen Winterspielen heißt das: Im norwegischen Stavanger muss er den Umweg über die leistungsschwächere B-Gruppe nehmen. «In Calgary will ich aber unbedingt wieder in der A-Gruppe dabei sein», kündigte er an. In hervorragenden 34,78 Sekunden hatte er sich zuvor über 500 Meter selbst überrascht. «Nach so einem Erfolg spürt man keine Schmerzen mehr», sagte er und hatte da noch ein Lächeln im Gesicht. Unterdessen freute sich Joel Dufter am Sonntag über Platz zwölf über 1000 Meter in 1:09,36 Minuten und die halbe Olympia-Norm. «Ich war nervös, aber jetzt bin ich zufrieden», meinte der Inzeller.

Fotocredits: Soeren Stache
(dpa)