Pechstein kritisiert Haltung von Aktivensprecher Geisreiter

Berlin – Moritz Geisreiter, Aktivensprecher der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG, fordert im Gegensatz zu Claudia Pechstein keine öffentliche Erklärung des unter Blutdopingverdacht stehenden Eisschnellläufers. Er löste damit Kritik bei der Berlinerin aus.

«Ein klares Statement des Betreffenden könnte zwar innerhalb des Verbandes kurzfristig beruhigend wirken, doch am Ende zählen die Ergebnisse der Ermittler», sagte Geisreiter dem «Tagesspiegel». Er könne nur spekulieren, ob es «andere persönliche Gründe» gebe, dass sich die Person nicht öffentlich äußere. «Das wissen wir nicht und deswegen sollte eine Positionierung nicht eingefordert werden», sagte der 32 Jahre alte Inzeller, der nach der Olympiasaison vom Leistungssport zurückgetreten war.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein kritisierte umgehend diese Haltung. «Du bist unser Athletensprecher und findest das Schweigen eines unter Dopingverdacht stehenden ehemaligen DESG-Sportlers richtig? Und das, obwohl dieses Schweigen unseren gesamten Verband unter Generalverdacht gestellt hat?», sagte Pechstein der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn Geisreiter diesen Druck eines solchen Generalverdachtes nicht verspüre, weil er zurückgetreten sei, könne er mal Patrick Beckert, Nico Ihle oder sie selbst fragen. «Wir haben alle öffentlich Stellung bezogen. Und es gibt auch keinen Grund, dies nicht zu tun. Jeder saubere Sportler wird damit kein Problem haben», sagte Pechstein.

Im Zuge der Enthüllungen in der Blutdoping-Affäre um den Erfurter Mediziner Mark S. war auch ein Eisschnellläufer in Verdacht geraten. Die Deutsche Eischnelllauf-Gemeinschaft bestätigte den Namen bisher nicht und verwies darauf, dass für ein mögliches Sanktionsverfahren das Sportschiedsgericht bei der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) in Köln zuständig sei. Die in der Affäre ermittelnde Schwerpunktstaatsanwaltschaft München hatte erklärt, dass sie zu in Medien genannten Sportlern keine Angaben mache.

Fotocredits: Hendrik Schmidt
(dpa)

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