Skisprung-Coach Horngacher vor «harter Prüfung»

Hinterzarten – Elf Jahre Werner Schuster sind endgültig Geschichte, jetzt bricht im deutschen Skispringen die Zeit von Stefan Horngacher an. 

Der 49 Jahre alte Tiroler tritt bei den von großen Erfolgen verwöhnten Adlern ein schweres Erbe als Bundestrainer an, kommt aber auch selbst mit einigen bedeutenden Siegen aus Polen zum Deutschen Skiverband. Direkt zum Start seiner Amtszeit ist Horngacher und dem Sportlichen Leiter Horst Hüttel ein Coup gelungen: Martin Schmitt, der selbst als neuer Chefcoach gehandelt wurde, unterstützt Horngachers Trainerteam künftig als Talentscout.

«Wir sind extrem glücklich, einen gemeinsamen Weg für eine Zusammenarbeit gefunden zu haben, dass Martin ganz unten an der Basis den Nachwuchs im Blick hat», sagte Hüttel. Der frühere Weltmeister erklärte zu seiner neuen Rolle: «Das ist eine Aufgabe, die mich reizt. Skispringen liegt mir immer am Herzen, es ist mein Bedürfnis etwas weiterzugeben.»

Ex-Profi Schmitt bereitet die Zukunft vor, Schanzen-Fachmann Horngacher treibt den aktuellen Kader um Einzel-Weltmeister Markus Eisenbichler in Richtung Heim-WM 2021 in Oberstdorf. Da ist der Sommer-Grand-Prix an diesem Wochenende in Hinterzarten ein aufregender Auftakt ins neue Abenteuer für Horngacher, der mit seiner Familie im Schwarzwald lebt.

Doch der Start stellt sich für den Coach alles andere als einfach dar. Die Siege von Weltmeister Eisenbichler und Olympiasieger Andreas Wellinger sind eigentlich Bürde genug, doch der Neu-Trainer muss sich auch mit einigen Personalsorgen herumschlagen. Wellinger und David Siegel fallen mit Kreuzbandverletzungen lange aus, auch der leidgeplagte Ex-Weltmeister Severin Freund ist nach einer Knie-OP in Hinterzarten noch nicht dabei.

«Wir haben leider Gottes eine schwierige Zeit vor uns», sagte  Horngacher in einem Interview der «Badischen Zeitung» mit Blick auf die drei verletzten Athleten. Wellinger muss definitiv den kompletten Winter pausieren, auch bei Siegel und Freund könnte die Rückkehr noch dauern. «Eine Prognose ist schwierig. Die Athleten und wir Trainer müssen Geduld haben. Das ist eine harte Prüfung», betonte Horngacher.

Der Winter 2019/2020 ist nach dem Trainerwechsel von Schuster zu seinem ehemaligen Assistenten Horngacher ein ideales Übergangsjahr, weil weder Olympische Spiele noch eine Nordische Ski-WM auf dem Programm stehen. Ein unerreichtes Ziel aus der Ära Schuster gibt es aber doch noch: Den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. Auf den letzten Triumph von Sven Hannawald im Jahr 2002 angesprochen sagte  Horngacher: «Ewig lang her. Da müssen wir nachlegen. Das Team hat die Motivation, das zu schaffen.»

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

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