Snowboarderin Kober will ihren Olympia-Traum nicht aufgeben

München – Der Olympia-Traum ist fast geplatzt, aber aufgeben will ihn Snowboarderin Amelie Kober nach ihrer erneuten Verletzung noch nicht – auch wegen Sohnemann Lorenz.

«Es wäre schön, wenn er das noch miterleben und so richtig wahrnehmen könnte», sagte die zweimalige Medaillengewinnerin bei Winterspielen der Deutschen Presse-Agentur vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus.

Um etwas von Sotschi mitzubekommen, war er 2014 im Alter von drei Jahren noch zu jung. «Vielleicht bin ich noch im Schock und unrealistisch, aber auf dem Papier würde eine minimale Chance existieren, wenn ich im Januar noch die vier Rennen fahren könnte. Im Moment klammere ich mich da auch dran», berichtete Kober kurz vor ihrem 30. Geburtstag am Donnerstag.

Seit Freitag ist die vierte Olympia-Teilnahme allerdings akut gefährdet, und auch das Karriereende steht im Raum. «Es ist furchtbar, wenn man mit sowas dann aufhört. Das hat einen bitteren Beigeschmack», sagte Kober, die fest von einer Fortsetzung ihrer Laufbahn ausgeht.

Erst mal aber muss sie nach einem bösen Sturz im Training das verletzte linke Sprunggelenk heilen lassen. Bei der Operation am Freitag wurden Knochenteilchen verschraubt oder entfernt.

Das Ziel sind die vier Weltcups im Januar. «Das ist das, wovon ich träume. Aber mir wurde auch deutlich gemacht, dass es sich nicht um eine einfache Verletzung handelt, sondern dass es etwas komplexer war. Der Arzt hat gesagt, es war ein Bröselhaufen», erzählte Kober.

Kober, die 2006 Olympia-Silber im Parallel-Riesenslalom und 2014 Bronze im Parallel-Slalom geholt hatte, verpasste zuletzt zwei komplette Winter und musste sich dreimal am Knie operieren lassen.

Realistisch betrachtet, sind die Chancen auf Südkorea für die Fahrerin aus Miesbach wohl nur noch minimal. Neben den internationalen Qualifikationskriterien muss sie sich im eigenen Team gegen starke, junge Konkurrenz durchsetzen. Nur vier Fahrerinnen pro Nation dürfen im Februar beim Saisonhöhepunkt antreten.

Sechs Wochen lang darf Kober ihren Fuß kaum belasten und muss ihn in einem Spezialschuh schützen. Zumindest daheim bringt das aber nicht allzu viel durcheinander. «Das war jetzt die insgesamt zehnte OP in meiner Laufbahn. Das mit den Krücken bin ich gewöhnt», sagte sie.

Fotocredits: Andreas Gebert
(dpa)