Geisreiter zur Situation in der DESG: «Kleinkrieg»

Berlin – Athletensprecher Moritz Geisreiter hat im Konflikt der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft mit Claudia Pechstein und deren Lebensgefährten Matthias Große von beiden Seiten eine «aufrichtige, konstruktive Gesprächshaltung anstatt immer weitere Vorwürfe» angemahnt.

«Dieser Kleinkrieg erstreckt sich nun ja schon über mehrere Jahre in immer neuen Facetten», sagte Geisreiter im Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Das hat unserem Sport noch nie gutgetan. Nun treibt er eben eine weitere Blüte und bindet damit erneut Energie und Aufmerksamkeit», sagte der Inzeller unter Bezug auf den Rückzug von Präsidentin Stefanie Teeuwen und den Vorschlag Pechsteins, Große zum Nachfolger zu wählen.

Aus Geisreiters Sicht wäre nötig, dass «der Verband besser sichtbar machen würde, wie er sich für die Zukunft aufstellt, auch gegenüber den Sportlern. Das wird leider nicht deutlich genug, diesen Vorwurf muss sich der Verband gefallen lassen.» Große ist für ihn aber keine Option als Präsident. «Ich halte ihn nicht für einen geeigneten Kandidaten, weil er in meinen Augen nicht in der Lage ist, den Verband nach innen und außen zu einigen», unterstrich er.

Pechstein verdiene Anerkennung, weil sie die erfolgreichste Deutsche ist, die an Olympischen Winterspielen teilgenommen hat. «Aber zugleich ist die Tatsache, dass es ihr an Konkurrenz fehlt, natürlich ein Problem unseres Sports und ein Problem des Verbandes, der Jahre und Jahrzehnte von dem Speck, von den zahlreichen Erfolgen gelebt hat, die es einmal gab», sagte der frühere Langstreckler, der eine Kandidatur für das Präsidentenamt für sich ausschloss.

Fotocredits: Peter Kneffel
(dpa)

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