König Eric bittet in Seefeld wieder zur Audienz

Seefeld – Drei Auflagen, neun Etappen, aber nur ein Sieger. Eric Frenzel ist der unumstrittene König, wenn es um das Seefeld-Triple in der Nordischen Kombination geht.

Er dominierte den Höhepunkt des Weltcup-Winters von Beginn an und gilt auch in diesem Jahr als erster Anwärter auf den Pokal und die 200 Weltcup-Punkte. Doch seine Herrschaft im Tiroler Wintersport-Mekka ist bei der vierten Auflage nicht mehr unangetastet. Mehr denn je, so zeigten es die vergangenen zwei Wochenenden, machen ihm seine Teamkollegen Johannes Rydzek und Fabian Rießle das Regieren schwerer.

«Natürlich reizt es mich, auch zum vierten Mal in Seefeld zu gewinnen», sagt Frenzel. Denn damit würde er einen großen Schritt in Richtung fünfter Gesamtweltcup-Sieg in Serie machen, mit dem ihm ein Platz in den Geschichtsbüchern der Nordischen Kombination sicher wäre. Frenzel kann unbeschwert an die Aufgabe gehen. Er muss in Seefeld, seinem Lieblings-Weltcup-Ort, niemandem mehr etwas beweisen. Seinen Meisterbrief legte er im vergangenen Jahr ab, als er nach einem Sturz im Springen mit einer Minute Rückstand auf den laufstarken Akito Watabe die letzte Etappe in Angriff nahm – und dennoch gewann.

Auch diesmal kommt es darauf an, wie gut Frenzel die Schanze in der «casino-Arena» beherrscht. Denn im Laufen, das wurde in den vergangenen Wettkämpfen deutlich, sind Rydzek und Rießle stärker. «Eric braucht einen Vorsprung. Das hat er drauf, muss es aber auch umsetzen. Johannes und Fabian haben im Springen Fortschritte gemacht und aufgeholt. Es wird sehr interessant», sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. Eine Prognose will er nicht abgeben.

Eine Chance, als Erster die Etappensieg-Phalanx Frenzels zu brechen, hat auch Sprungwunder Jarl Magnus Riiber. Am Freitag folgt nach dem Sprung lediglich ein 5-Kilometer-Lauf. Geht er in diesen mit einer halben Minute Vorsprung, dürfte es die Konkurrenz schwer haben. Am Samstag müssen nach dem Springen 10 Kilometer gelaufen werden, das Finale besteht dann aus zwei Sprüngen und 15 Kilometern. Auf den beiden längeren Distanzen dürfte Riiber gegen die deutsche Übermacht chancenlos sein, auch wenn er sehr weit springt.

Zwölf Einzelstarts, zwölf DSV-Gewinner: Weinbuch ist sich sicher, dass seine Schützlinge auch in Seefeld die Weltcup-Siegesserie dieses Winters fortsetzen. «Während wir den von Riiber vorgegebenen Trend mit einer sprunglastigen Kombination früh erkannt, uns darauf eingestellt, aber auch das Laufen nicht vergessen haben, konzentrierten sich andere Nationen wie Norwegen und Österreich vorwiegend auf das Springen. Das brachte uns einen Vorteil», meint Weinbuch. Mittlerweile aber kommen auch die Stars dieser Länder näher heran. «Und bis zur WM wird unser Vorsprung noch weiter schrumpfen», warnt der Bundestrainer.

Fotocredits: Expa / Jfk
(dpa)

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