Dreßen nach Platz acht Zweiter im Abfahrts-Weltcup

Kvitfjell – Skirennfahrer Thomas Dreßen hat seine beeindruckende Abfahrtssaison mit Platz acht in Kvitfjell abgeschlossen und als Zweiter im Disziplin-Weltcup gekrönt.

Gehandicapt von seinen vor einer Woche erlittenen Schulterverletzungen ging der 26 Jahre alte Allgäuer nicht ganz ans Limit und beendete den Kampf um die kleine Kristall-Kugel nach seinen drei Saisonsiegen in Lake Louise, Garmisch-Partenkirchen und Saalbach-Hinterglemm hinter Beat Feuz. Der überragende Schweizer, der in Norwegen Rang vier belegte, hatte zuvor zum dritten Mal als Gewinner des Abfahrt-Weltcups festgestanden.

«Die Saison mit drei Siegen war der Wahnsinn. Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt», resümierte Dreßen zufrieden im ZDF. Den Sieg in Norwegen schnappte sich überraschend der Österreicher Matthias Mayer, der dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde auf der Olympiastrecke von Lillehammer 1994 mit 0,14 Sekunden Vorsprung die Heim-Party verdarb. Gleichwohl übernahm Kilde mit 1202 Punkten die Führung im Gesamt-Weltcup vor dem Franzosen Alexis Pinturault (1148) und seinem Landsmann Henrik Kristoffersen (1041). «Es ist sehr spannend», sagte Kilde zum Rennen um die Nachfolge des Österreichers Marcel Hirscher.

Sechs Tage nach seinem schweren Sturz beim Super-G in Hinterstoder war Dreßen mit Schmerzmitteln an den Start gegangen. «Ich wollte sauber runterfahren, es war eine solide Fahrt. Aber ich bin etwas in Schönheit gestorben», erklärte der Modellathlet aus Mittenwald, der zugab, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war: «Der Start war das Schlimmste, da gab es einen Stich in die Schulter. Da musste ich schon auf die Zähne beißen.» Die weiteren DSV-Platzierungen: Josef Ferstl landet auf Platz 24, Andreas Sander wurde 26., Romed Baumann 32., Simon Jocher 33., Dominik Schwaiger 35.

Für die Speedfahrer ist die Ski-Saison nach dem Super-G am Sonntag (10.30 Uhr/ZDF und Eurosport) an selber Stelle vorzeitig beendet. Denn nach der Absage des Weltcup-Finals in Cortina d’Ampezzo wegen der Coronavirus-Epidemie stehen für die Herren nur noch zwei Technik-Rennen mit einem Riesenslalom und einem Slalom am kommenden Wochenende in Kranjska Gora auf dem Programm.

«Aus sportlicher Sicht ist es schade. Aber wenn man schaut, was in der Welt los ist, war es die richtige und sinnvollste Entscheidung», kommentierte der Alpindirektor des Ski-Weltverbands Fis, Markus Waldner, den Ausfall der abschließenden Rennen in den Dolomiten. Das Gastspiel in Cortina vom 16. bis 22. März sollte auch eine Generalprobe für die alpine Ski-WM 2021 sein.

Fotocredits: Gabriele Facciotti
(dpa)

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