Fit für die Paralympics in Pyeongchang

Pyeongchang – Nach den Olympischen Spielen ist vor den Paralympics. Am Freitag beginnen in Pyeongchang die Winterspiele für Sportler mit Behinderung. Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Start:

Was sind eigentlich die Paralympics?

Die Paralympics sind die an Olympischen Spiele angelehnten Wettkämpfe für Sportler mit Behinderung. Sie finden alle vier Jahre dort statt, wo kurz zuvor die Olympischen Spiele oder Winterspiele ausgetragen wurden. Als Vorläufer gelten die vom deutschstämmigen Neurologen Ludwig Guttmann initiierten Stoke Mandeville Games für Rollstuhlfahrer, die 1948 zeitgleich mit den Olympischen Spielen im südenglischen Aylesbury stattfanden. Seit 1960 kämpfen Athleten alle vier Jahre in Sommersportarten um paralympische Medaillen. 1976 feierten die Paralympischen Winterspiele ihre Premiere im schwedischen Örnsköldsvik. Das Wort Paralympics setzt sich zusammen aus den englischen Worten paraplegic (doppelseitig gelähmt) und Olympics (Olympische Spiele).

Wer ist bei den Paralympics in Pyeongchang dabei?

Rund 570 Athletinnen und Athleten aus 49 Nationen wollen bei den Paralympics starten. Sie treten in 80 Wettbewerben und sechs Sportarten an. Unter den Teilnehmern sind auch etwa 30 russische Sportler. Sie starten wie bei den am 25. Februar zu Ende gegangenen Winterspielen unter neutraler Flagge. Offiziell werden sie als Neutrale Paralympische Athleten (NPA) geführt. Nordkorea, Georgien und Tadschikistan feiern Premieren: Zum ersten Mal nehmen die Länder an Paralympischen Winterspielen teil.

Welche Sportarten gibt es?

Bei den Paralympics werden Medaillen im Para Ski alpin, Para Langlauf, Para Biathlon, Rollstuhlcurling, Para Eishockey und Para Snowboard vergeben. In den einzelnen Wettbewerben gibt es zum Teil verschiedene Kategorien je nach Behinderung. So starten die Sportler beispielsweise in den alpinen und nordischen Disziplinen in drei Kategorien: stehend, sitzend und sehbehindert.

Werden die Olympia-Wettkampftstätten für die Paralympics umgebaut?

Ja, zum Teil. So werden zum Beispiel die Banden im Eishockey-Zentrum in Gangneung vor den Mannschaftsbänken und der Strafbank durch durchsichtige Elemente ersetzt. Grund: Die Para-Eishockey-Spieler nutzen spezielle Schlitten, wodurch sie näher an der Oberfläche des Eises sind. Auch der Transport muss anders koordiniert werden. So kommen etwa zusätzliche Spezialbusse für die Rollstuhlfahrer zum Einsatz. Neben der Eishockey-Halle konzentrieren sich die Wettkämpfe auf das Alpensia Biathlon Centre, die alpinen Pisten in Jeongseon und das Curling Centre in Gangneung. Eröffnungs- und Schlussfeier finden wie bei den Olympischen Spielen im fünfeckigen Stadion von Pyeongchang statt.

Sind die Paralympics nur etwas für Frühaufsteher und Nachteulen?

Tatsächlich finden wegen der achtstündigen Zeitverschiebung viele Wettkämpfe zur deutschen Nachtzeit statt. Besonders früh oder spät – je nachdem wie man es sieht – beginnen viele Alpin-Rennen, nämlich schon um 01.30 Uhr. Auch die Biathleten und Langläufer sind aus heimischer Sicht mitten in der Nacht dran. Beim Rollstuhlcurling finden einige Spiele mit deutscher Beteiligung am Vormittag statt.

Wo sind die Live-Bilder von Olympia zu sehen?

ARD und ZDF teilen sich die Berichterstattung von den Paralympics auf. Das ZDF beginnt am 9. März mit der Eröffnungsfeier. Die ARD übernimmt am 14. und überträgt bis zum 18. März. Mehr als 65 Stunden Live-Berichterstattung haben die beiden öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt geplant und damit deutlich mehr als in Sotschi vor vier Jahren. Zudem gibt es Highlight-Sendungen und Online-Angebote.

Wie viele Sportler aus Deutschland sind dabei?

15 Einzelsportler und ein Rollstuhlcurling-Team wollen für Deutschland bei den Paralympics starten. Das sind 20 Athleten – elf Frauen und neun Männer. Dazu kommen vier Begleitläufer. Im Para Ski alpin sind sieben deutsche Sportler dabei. Darunter die fünffache Goldmedaillengewinnerin von Sotschi, Anna Schaffelhuber. In den nordischen Disziplinen kämpfen acht Athleten aus Deutschland um paralympischen Ruhm.

Was rechnet sich die deutsche Mannschaft aus?

Eine Medaillenvorgabe gebe es vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) nicht, sagt Präsident Friedhelm Julius Beucher. «Wir gehen aber mit der berechtigten Erwartung auf Erfolge an die Spiele heran. Wir waren bei Weltcups und Weltmeisterschaften – sowohl in den nordischen als auch in den alpinen Disziplinen – immer wieder auf dem Podest dabei.» 2014 in Sotschi holte das deutsche Team 15 Medaillen – neun goldene, fünf silberne und eine bronzene. Auch diesmal wolle man wieder «unter den Top-Nationen» abschneiden, sagt Karl Quade, der deutsche Chef de Mission.

Wie hoch sind die Prämien für die deutschen Sportler?

Für Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bekommen die Paralympics-Athleten die gleichen Prämien wie die nicht-behinderten Sportler bei den Winterspielen. Platz eins wird mit 20.000 Euro belohnt, Platz zwei mit 15.000 und für den dritten Platz gibt es 10.000 Euro.

Fotocredits: Valdrin Xhemaj
(dpa)

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