Fourcade mit 13. Sieg – Peiffer wird Fünfter im Sprint

Kontiolahti – Nach seinem erneuten Lauf in die Biathlon-Geschichtsbücher schaute Superstar Martin Fourcade erst einmal auf sein Handy. Denn der 29-Jährige wird in Kürze zum zweiten Mal Vater, es kann jederzeit soweit sein.

«Aber meine Frau hat nicht angerufen», sagte Fourcade, der mit seinem 60. Sieg zum Auftakt des Weltcups in Kontiolahti eine weitere Bestmarke aufstellte, schmunzelnd. Mit seinem Erfolg im Sprint fuhr der zweimalige Olympiasieger als erster Skijäger den 13. Sieg in einer Saison ein. Insgesamt war nur die legendäre Schwedin Magdalena Forsberg besser, die 2000/2001 14 Saisonrennen gewann.

Mit einem Erfolg am Samstag in der Verfolgung könnte Fourcade gleichziehen. Danach fliegt er nach Hause und lässt die Mixed-Staffel zum Abschluss in Finnland aus. «Ich möchte nächste Woche in Oslo wieder starten. Aber ich weiß nicht, was passiert. Ich muss warten, was meine Frau entscheidet», sagte er im ZDF.

Der 28-Jährige setzte sich trotz einer Strafrunde mit 0,6 Sekunden vor dem fehlerfrei gebliebenen Tschechen Ondrej Moravec (0) durch. Er stand damit in 19 von 22 Rennen auf dem Podest. Rang drei ging an den Norweger Emil Hegle Svendsen (0 Fehler/+ 9,4 Sekunden). «Ich bin sehr zufrieden und sehr stolz», sagte Fourcade. Damit sicherte sich der sechsmalige Gesamtweltcupsieger nach der Kleinen Kristallkugel im Einzel auch die im Sprint. Den Gesamtweltcup hatte sich Fourcade schon in der Vorwoche in Südkorea geholt.

Bester der fünf Deutschen wurde Arnd Peiffer als Fünfter. Der Harzer schoss ebenfalls fehlerfrei und hatte nach zehn Kilometern 22,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Damit verschaffte sich der 29-Jährige eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. «Ich bin froh, dass ich mal wieder am Schießstand gut durchgekommen bin, da hatte ich zuletzt Probleme. Es war auch eine solide Laufleistung, von daher bin ich mit dem fünften Platz zufrieden», sagte Peiffer.

Sprint-Weltmeister Benedikt Doll musste sich nach drei Fehlern mit Rang 30 (+ 1:16,0 Minuten) begnügen. Roman Rees (0/+ 45,4 Sekunden) wurde starker Zwölfter. Florian Graf lief auf Rang 19 (1/+ 1:04,4 Minuten). Philipp Nawrath (1/+ 1:20,7 Minuten) kam bei seiner Weltcup-Premiere auf Rang 34 und schaffte damit sicher die Qualifikation für das Jagdrennen der besten 60.

Erik Lesser musste derweil kurzfristig wegen eines Infektes auf seine Starts in Finnland verzichten. Auch Massenstart-Weltmeister Simon Schempp laboriert noch an den Nachwehen einer Erkältung und fehlt wie bereits in der Vorwoche in Pyeongchang.

Lesser und Schempp hoffen nun, dass sie kommende Woche beim Saisonfinale in Oslo dabei sein können. Da will Schempp seine Führung in der Massenstart-Wertung behaupten und die Kleine Kristallkugel gewinnen. Es wäre für ihn der erste Gewinn eines Disziplin-Weltcups.

Fotocredits: Heikki Saukkomaa,Martin Schutt,Martin Schutt
(dpa)

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