Frenzel, Rydzek, Wellinger: DSV-Trio heiß auf Medaillen

Lahti – Kombinierer-König Eric Frenzel und Titelverteidiger Johannes Rydzek sind eine Medaillenbank, Andreas Wellinger will auf der Schanze für Furore sorgen.

Auf der Jagd nach dem 50. Gold der WM-Geschichte setzt der Deutsche Skiverband bei den am Mittwoch beginnenden 51. Titelkämpfen in Lahti auf ein Top-Trio. «Wenn es unseren Leistungsträgern gelingt, ihr Potenzial auszuschöpfen, dann braucht uns vor den kommenden zwei Wochen ganz sicher nicht bange sein», sagt DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger.

46 Goldmedaillen haben deutsche Ski-Asse seit der WM-Premiere 1939 in der Loipe und auf der Schanze gewonnen. Vor allem den Nordischen Kombinierern wird zugetraut, schon in Lahti für den Jubiläumstitel zu sorgen. «Wir haben eine starke Mannschaft, wie ich es in der Form noch nie erlebt habe – mit vier Siegläufern in unseren Reihen», sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Vier Goldchancen bieten sich Frenzel, Rydzek & Co. – zwei im Einzel, eine im Teamsprint und eine im Mannschaftswettbewerb. Sollten sie alle nutzen, wäre das nicht einmal eine Sensation. Denn von den 19 Weltcups in diesem Winter haben die DSV-Kombinierer 18 gewonnen – eine bisher einmalige Dominanz.

Entsprechend breit ist die Brust der Athleten. «Die Saison ist für mich bisher sehr positiv verlaufen. Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich diesen Schwung aus den letzten Wochen mitnehmen und auch bei der WM die Leistung abrufen kann», erklärt Olympiasieger Frenzel.

Sieben Mal stand der viermalige Gesamt-Weltcupsieger im WM-Winter ganz oben auf dem Podium. Dorthin will er auch in Lahti. «Bei Eric gehe ich davon aus, dass er voll auf Angriff setzt und versucht, bei der WM voll aus sich rauszugehen und das Rennen für sich zu entscheiden», prophezeit Weinbuch.

Frenzels größter Rivale kommt aus dem eigenen Lager. Weltmeister Rydzek verbuchte sogar schon acht Saisonsiege und kommt im Gelben Trikot des Weltcup-Spitzenreiters zur WM. «Ich freue mich, dass es losgeht. Es wird eine coole Zeit», sagt der Oberstdorfer.

Weinbuch traut dem 25-Jährigen eine Menge zu: «Er ist in einer körperlich sehr guten Verfassung und wirkt relativ locker, entspannt und selbstsicher. Ich gehe davon aus, dass er als Titelverteidiger mit Freude an den Start gehen und seine Leistung bringen wird.»

Das gilt auch für Skispringer Wellinger, der den verletzt fehlenden Titelverteidiger Severin Freund würdig vertreten will. «Andreas hat sich in den letzten Wochen ins Rampenlicht gesprungen, mit ihm sind auch in Finnland Spitzenplätze möglich», äußert sich Bundestrainer Werner Schuster zuversichtlich. «Er startet zum ersten Mal mit guten Chancen in ein Großereignis, eine Einzelmedaille gewinnen zu können.»

Wellinger selbst gibt sich zurückhaltend, obwohl er in diesem Jahr schon achtmal auf das Weltcup-Podium flog. «Wenn ich gut springe, kann ich vorne mitmischen. Wenn nicht, sind andere besser», sagt der 21-Jährige. Im Einzel sind der Österreicher Stefan Kraft und Polens Vierschanzentourneesieger Kamil Stoch die größten Konkurrenten. Im Team kommen gleich fünf Nationen für die Medaillen infrage.

Eine seriöse Gold-Chance bietet sich im Mixed, da die DSV-Springerinnen um Carina Vogt und Katharina Althaus zuletzt ordentlich Aufwind hatten. Das lässt auch für den Einzelwettbewerb hoffen, in dem Vogt Titelverteidigerin ist. «Wir können an einem guten Tag um die Medaillen kämpfen», sagt Bundestrainer Andreas Bauer.

Fotocredits: Barbara Gindl
(dpa)

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