Norweger überragen bei Abfahrt in Val d’Isère

Val d’Isère – Doppelsieger Kjetil Jansrud und der erstaunliche Rückkehrer Aksel Lund Svindal haben die norwegische Vormachtstellung in den alpinen Speed-Wettbewerben eindruckvoll untermauert.

In Val d’Isère war Jansrud in der Abfahrt ebenso wenig zu schlagen wie im Super-G tags zuvor. Svindal raste 24 Stunden nach dem zweiten Platz als Dritter wieder auf das Podium und verblüffte zehn Monate nach seinem Rennsturz samt Totalschaden im Knie erneut. «Ich hatte lange nicht daran gedacht, hier überhaupt fahren zu können», sagte Svindal. «Es ist schon cool, dann vorne dabei zu sein.»

Die deutschen Fahrer hatten mit den Spitzenplätzen nichts zu tun: Von den fünf Startern schaffte es nur Josef Ferstl als 19. in die Punkte (+1,78 Sekunden). Andreas Sander – am Freitag Neunter – landete als eigentlich aussichtsreichster DSV-Sportler auf dem schwachen Platz 31 (+2,54). Auch Thomas Dreßen (38./+2,84), Tobias Stechert bei seinem Weltcup-Comeback nach 22 Monaten Verletzungspause (44./+3,75) und Klaus Brandner (49./+4,41) verpassten ein Top-30-Ergebnis.

«Wir haben uns schon mehr versprochen. Für uns als Team ist das sicher eine Enttäuschung», analysierte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, verwies aber auch auf die schwierigen Pistenbedingungen mit großen Nachteilen für Fahrer mit höheren Startnummern. Unter den Top 20 etwa war Ferstl der einzige Starter mit einer Nummer jenseits der 30. «Da braucht man jetzt also über keinen drüberfahren», meinte Maier.

Sander plagte sich zudem mit einer Rippenverletzung herum, wie er verriet. «Ich habe das gleich in der ersten Kurve gemerkt», sagte er. «Ich konnte kein Gas geben. Das ist schade, blöd, aber ich habe es probiert.» Rückkehrer Stechert berichtete: «Ich habe mir ein bisschen mehr erwartet. Es fehlen einfach die Kilometer auf diesen Strecken, und dass man etwas entschlossener an die Sache rangeht.»

Während die deutsche Speed-Abteilung sich also noch steigern kann, die Ski-Nation Österreich ohne Top-15-Rang gar heftig enttäuschte, sind die Norweger wieder mal kaum zu stoppen. Der Südtiroler Peter Fill – Kitzbühel- und Abfahrts-Weltcupsieger der vergangenen Saison – landete mit 26 Hundertstelsekunden Rückstand auf Platz zwei.

Nach den zwei Speed-Rennen in den französischen Alpen sind am Sonntag die Techniker an der Reihe: Das deutsche Team setzt im Riesenslalom vor allem auf Routinier Felix Neureuther, der nach seinem dritten Platz beim Weltcup-Auftakt in Sölden den nächsten Podestrang anpeilt. Favoriten sind Sölden-Sieger Alexis Pinturault sowie der österreichische Weltcup-Gesamtchampion Marcel Hirscher.

Fotocredits: Guillaume Horcajuelo
(dpa)

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