Ötzi: Der Mann aus dem Eis bekommt ein Gesicht

Ötzi, der Mann aus dem Eis, hat nun endlich ein Gesicht bekommen. Der Angelegenheit haben sich zwei Künstler angenommen, die dem vor 5.300 Jahren verstorbenen Mann rekonstruiert haben.

Quelle: flickR/Themenmixer

Wie mag er wohl ausgesehen haben? Angeblich soll er ein drahtiger zotteliger Mann mit tief liegenden braunen Augen, wildem Bart und vom Wetter gegerbter Haut gewesen sein. So zumindest haben die holländischen Künstler Adrie und Alfons Kennis das Gesicht des Eismanns gestaltet.

Ötzi – Das neue Gesicht

In der Märzausgabe des Wissenschaftsmagazins „National Geographic Deutschland“ kann das rekonstruierte Antlitz des Mannes aus dem Eis nun bewundert werden. Daneben ist ab dem 1. März im Südtiroler Archäologiemuseum eine Ganzkörper-Darstellung der Gletschermumie im Rahmen der Jubiläumsausstellung „Ötzi20“ ausgestellt. Vor nunmehr 20 Jahren wurde nämlich die Mumie in den Ötztaler Alpen gefunden.

Wie kam Ötzi ums Leben?

Seit 1998 ist die Gletschermumie im Bozener Museum in einer Tiefkühltruhe ausgestellt. Seitdem wurde die Mumie bereits mehrfach untersucht und Forscher haben die DNA entschlüsselt, wovon sie sich Hinweise auf den gesundheitlichen Zustand des Mannes erhoffen.

Die Forscher haben festgestellt, dass Ötzi im Alter von etwa 46 Jahren durch einen Pfeil und vermutlich durch einen anschließenden Keulenschlag ums Leben kam. Die bei ihm gefundenen Utensilien, wie Kleidung und Gegenstände, sagen viel über das Leben der damaligen Zeit aus.

Die Rekonstruktion des Gesichts

Die holländischen Künstler Alfons und Adrie Kennis haben zur Rekonstruktion des Gesichts der Gletschermumie modernste Technik herangezogen. Mit dem so genannten Stereolithographie-Verfahren haben sie eine exakte Kopie des Schädels angefertigt. Weiterhin fand flüssiger Kunststoff Verwendung, der ähnlich wie bei einem 3-D-Drucker, mit einem Laser ausgehärtet worden ist. Als Basis für die Rekonstruktion dienten CT- und Röntgenbilder der Mumie.
Die Methoden, die bei der Rekonstruktion verwendet wurden, stammen aus der Gerichtsmedizin und wurden bereits bei Störtebecker, Johann Sebastian Bach und Tutanchamun angewendet.

Die Museumsdirektorin Angelika Fleckinger geht davon aus, dass die genaue und einfühlsame Darstellung der Gletschermumie die Menschen bewegen wird.