Savchenko/Massot als Schauläufer bei DM

Berlin – Die Stars kommen nur zum Schaulaufen, die Konkurrenz muss sich die EM-Tickets auf dem Berliner Eis hart erkämpfen.

Aljona Savchenko und Bruno Massot können ihren Meistertitel wegen der Fußverletzung der fünfmaligen Paarlauf-Weltmeisterin nicht verteidigen. Doch sie werden ihre neuen Programme bei den nationalen Titelkämpfen in der Hauptstadt außer Konkurrenz präsentieren. «Wir wollen uns unbedingt zeigen, leider gehen noch keine Sprünge», sagte Trainer Alexander König vor dem Start am Freitag im Erika-Heß-Stadion. Aber auch die Präsentation vor Eiskunstlauf-Publikum ist wichtig, und so nehmen sie ihren Auftritt als willkommene Probe vor den Europameisterschaften im Januar in Ostrau/Tschechien.

Während die EM-Zweiten aus Oberstdorf nur außer Konkurrenz Kurzprogramm und Kür laufen und zusammen mit den Vizemeistern Mari Vartmann/Ruben Blommaert (Düsseldorf/Oberstdorf) bereits für Ostrau gesetzt sind, versprechen die anderen Disziplinen einen harten Konkurrenzkampf. «Es wird richtig spannend», sagt Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), mit Blick auf die Entscheidungen bei Damen, Herren und im Eistanz.

Nach einer Hüftoperation greift der fünfmalige Meister Peter Liebers wieder an und will seinem Berliner Trainingskollegen Paul Fentz das einzige EM-Ticket streitig machen. «Peter liegt nach den bisherigen Wettkämpfen nur vier Punkte hinter Paul, das ist sehr eng», betont DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf.

Liebers meldete sich nach 14-monatiger Pause mit einem vierten Platz bei der NRW-Trophy zurück. Der 28 Jahre alte Olympia-Achte von Sotschi will bis zu den Winterspielen in Südkorea noch weitermachen. Vorjahresmeister Franz Streubel (Oberstdorf) kann nach Verletzung nicht mehr an die Zwei herankommen.

Bei den Damen liegt die Essenerin Nicole Schott fast uneinholbar vorn, nach einer Trainingsverletzung kann sie allerdings nicht an den deutschen Meisterschaften teilnehmen. Um den zweiten EM-Startplatz streiten sich die Mannheimerin Nathalie Weinzierl und Lutricia Bock aus Chemnitz. «Nicole gefällt mir ausgesprochen gut, sie hat sich gut entwickelt», sagt Dönsdorf über die in Oberstdorf bei Erfolgscoach Michael Huth trainierende Meisterin von 2015 und bedauerte ihre Absage.

Die talentierten Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis (Oberstdorf) und Katharina Müller/Tim Dieck (Berlin/Dortmund) werden sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Eistanz liefern. «Das wird richtig gut. Deshalb haben wir auch ein internationales Preisgericht eingeladen, weil es um die Wurst geht», berichtet Dönsdorf.

Lorenz/Polizoakis wollten sich eigentlich vor der Saison trennen, rauften sich aber zusammen und machen beim russischen Starcoach Igor Schpilband in Detroit Fortschritte. Auch Müller/Dieck haben durch den Titel bei der NRW-Trophy an Selbstbewusstsein zugelegt.

Fotocredits: Christophe Petit Tesson
(dpa)

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